All your bass belong to us
Kopfhörer auf. Zwei Daumen. Nicht erschrecken.
Du gegen Kaufmann. Sie hat den Track gebaut — Spannung, Breakdown, Drop, in ihrer Reihenfolge. Du bekommst ihre Einzelspuren und versuchst, es live besser zu machen als sie es geschrieben hat.
Die Runde
64 Takte, etwa zwei Minuten. Oben läuft die Duell-Leiste, Takt für Takt, von Anfang an sichtbar. Drei Farben:
| Kaufmanns Arrangement | hoch = dichter Takt, teuer zu schlagen |
| dein Takt, aber verloren | du hast gespielt, es reichte nicht |
| dein Takt, gewonnen | höher als ihre Latte |
Wo ihr Balken einbricht, ist ein Takt billig zu holen. Wo er hoch steht, brauchst du eine echte Geste.
Es stoppt nichts von selbst. Nach 64 Takten beginnt der nächste Durchlauf, und du spielst so lange du willst — der beste Durchlauf zählt. Drückst du Stop, siehst du ihn.
Wie man Takte gewinnt
Jeden Takt wird verglichen: was du getan hast, plus der Zustand, den du aufgebaut hast, gegen ihren Balken. Ist deins höher, gehört dir der Takt. Es zählt also nicht nur Hektik — ein guter Groove trägt dich auch durch Takte, in denen du nichts anfasst. Wirst du passiv, sinkt der Hype und Kaufmann holt sich die Takte zurück.
Und sie passt sich an: liegst du vorn, legt sie zu, bis es wieder eng ist; liegst du hinten und spielst, nimmt sie sich zurück. Es soll knapp bleiben. Nur wer gar nichts tut, bekommt keine Nachsicht — dann steht ihre Latte voll da und der Durchlauf endet 0:64.
Wofür es Punkte gibt
Abgerechnet wird einmal pro Takt, nicht pro Fingertipp. Neben dem Hype-Balken steht dann, was gezählt hat.
| Spur rein oder raus | +4 |
| Spur halten (Solo) | +6 |
| Pads — je mehr verschiedene im Takt, desto mehr | +3 bis +7 |
| Repeat anwerfen (nur wenn er vorher aus war) | +6 |
| Repeat halten — nur der Aufbau, vier Takte lang | +4 +3 +2 +1 |
| Filter bewegen, eine große Geste | bis +3 |
| Riser — hochziehen, oben halten, loslassen | bis +12 |
| Delay werfen (nach oben schnippen) | +7 |
| Breakdown (nach unten wischen) | +9 |
| Drop — Kick zurück, nachdem sie zwei Takte weg war | +26 |
| Grundrauschen, jeden Takt | −1,5 |
| Ab dem zweiten stillen Takt in Folge | −2 mehr |
Trommelfeuer bringt nichts: dasselbe Pad zwanzigmal im Takt zählt wie einmal, Zappeln am Filter wie eine Bewegung. Auch der Repeat zahlt nur den Aufbau — nach vier Takten Stottern gibt es nichts mehr, und er muss zwei Takte wirklich aus gewesen sein, bevor er wieder zählt. Beim Riser wird verrechnet, wie weit es netto hoch ging: Wackeln hebt sich auf, eine gebaute Steigerung nicht. Abgerechnet wird sie beim Loslassen — genau dann, wo im Techno der Drop sitzt.
Ein einzelner ruhiger Takt zwischen zwei Taten ist eine Pause und kostet fast nichts — erst wer zwei Takte am Stück nichts macht, verliert spürbar.
Der Trick
Du siehst ihre großen Takte kommen. Spar dir die Energie dafür auf: nimm vorher Beat und Bass raus, zieh den Riser hoch, lass die Drums rollen — und setz den Drop genau dort, wo sie auffährt. Das ist die ganze Kunst.
Kein Duell gibt es nur bei einer eigenen Datei — dafür fehlt Kaufmanns Kurve. Der Sampler läuft dann wie ein Instrument weiter, ohne Punkte.
Zwei Daumen. Alles, was du drückst, rastet auf den Takt — du kannst nicht danebenliegen.
Der klassische Aufbau
Nach unten wischen für den Breakdown. Repeat-Ziel auf Drums, Leiste halten und nach rechts zu 1/32 ziehen. Gleichzeitig den rechten Daumen hochschieben — der Riser kommt. Dann alles loslassen und nach oben wischen: der Drop landet auf der nächsten Eins.
Der Hype-Balken
Die Publikumsreaktion, abgerechnet pro Takt; daneben steht jeweils, was gezählt hat. Die vollständige Punkteliste steht unter Worum es geht. Er zählt beim Duell mit — verstärkt aber nur, was du in diesem Takt tust, und ersetzt es nicht. Wer nichts macht, bekommt auch mit vollem Balken keinen Punkt: der Takt gehört dann Kaufmann, es ist ja ihr Song.
Die Gans
Sie hört mit und kennt sechs Moves: chillen, schreiten, nicken, flattern, sich beim Drop einmal um die eigene Achse drehen — und ab einem Hype von 45 zieht sie zwischendurch eine Fluppe. Welcher Move läuft, entscheidet, welches Frequenzband gerade über seinem eigenen Schnitt liegt. Sie reagiert also auf Veränderung, nicht auf Lautstärke. Dazu läuft sie oben in der Leiste hin und her, schaut in ihre Laufrichtung und bleibt zwischendurch eine Weile stehen.
Die Demo-Songs sind mit einem KI-Trennmodell (htdemucs) in echte Spuren zerlegt. Eine Spur fehlt, wenn der Song dort nichts hat. Lädst du eine eigene Datei, geht das nicht in Echtzeit: dann läuft der Frequenz-Bandsplit, der Kick und Bass nicht voneinander trennt. Deine Datei bleibt auf dem Gerät. Erkennt die Analyse das Tempo daneben, halbierst oder verdoppelst du es mit ÷2 und ×2. Für Feinheiten die BPM-Zahl seitwärts ziehen; ein Doppeltipp darauf stellt das erkannte Tempo wieder her. Sitzt das Raster neben der Musik, zähl mit und tippe auf der Eins den Knopf Tap 1 — das verschiebt den Taktanfang genau dorthin.